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Office-Anwendungen
vom Web: leicht zu steuern, immer aktuell, kostenlos Risikokapitalist
werden, ohne reich zu sein? E-Services:
Online-Shopping jenseits
des einfachen Web-Katalogs Internet-Aktien:
Erholung nach Kursstürzen im Juli Das Letzte!

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Stellen
Sie sich vor, Ihre Textverarbeitung, Ihr Rechenblatt, Ihre E-Mail und all
Ihre anderen Anwendungen würden nicht mehr auf Ihrem PC laufen. Stattdessen
würden Sie sie bei Bedarf einfach vom Web laden. Sie würden diese
Programme in Ihrem Web-Browser wie ganz gewöhnliche Web-Sites nutzen.
Endlich wären alle Anwendungen in einer Benutzeroberfläche
zusammengefasst, mit einheitlichem Aussehen, einheitlich zu steuern, und
auch der Datenaustausch wäre einfacher als bisher.
Zweitens
würden Ihre Anwendungen nicht nur auf Ihrem Windows-PC laufen, sondern auf
jedem beliebigen Gerät, das Web-Seiten darstellen kann. Das gälte für
Rechner mit anderen Betriebssystemen wie Linux, OS/2 oder den Macintosh.
Aber mehr noch: In ein bis zwei Jahren könnten Sie Ihre Office-Anwendungen
beispielsweise auf Ihrem drahtlosen Notepad mit Internetzugang nutzen. (Zukünftig
werden sogenannte Web-Appliances
die Hauptzugangsmittel zum Web sein.)
Obendrein
wären Ihr Web-Office-Paket jederzeit auf dem neuesten Stand. Die Entwickler
der Web-Anwendungen würden Erweiterungen und Berichtigungen der Software
auf dem Server vornehmen, der die Programme bereithält. Die Nutzer würden
automatisch immer die jüngste Ausgabe vom Web laden. Nie wieder müssten
die Anwender Updates umständlich vom Web laden und einrichten – nur um
festzustellen, dass die Ingenieure zwar einen Programmfehler behoben haben,
dafür aber drei neue eingebaut haben.
Und
das beste habe ich für den Schluss aufgehoben: Die Anwendungen wären
kostenlos. Pro Arbeitsplatz würden Sie rund 1000 Mark für
Anwendungssoftware sparen.
Ein
schöner Traum? Wenn es nach Sun Microsystems
geht, könnte dieser wet dream
jedes Anwenders und Systemverwalters schon bald Wirklichkeit sein. Denn
genau das will das Unternehmen schon im Oktober in einer Vorversion auf dem
Web anbieten.
Sun
hat Ende August den Hamburger Software-Hersteller Star
Division gekauft. StarDivision entwickelt und vertreibt StarOffice, eine
Software-Sammlung aus Textverarbeitung, Rechenblatt, E-Mail-Programm, Präsentationsprogramm
und weiteren Anwendungen. StarOffice enthält, was auch der bisher einsame
Marktführer Microsoft Office
anbietet. Auch anderweitig ist das Produkt der Hamburger weitgehend
identisch mit Microsoft Office: Es lässt sich fast genau so steuern wie
dieses und unterstützt auch dessen Dateiformate. Winword-Dokumente zum
Beispiel lassen sich ohne Schwierigkeit in StarOffice verwenden.
Unmittelbar,
nachdem Sun StarDivision erworben hat, hat das Unternehmen angekündigt,
dass eine web-basierte Version von StarOffice, StarPortal, schon bald verfügbar
sein werde. Sun plant, die Anwendungen nicht nur auf eigenen Servern
anzubieten, sondern auch auf Portalen anderer Unternehmen.
In
einem ersten Schritt hat Sun begonnen, die herkömmlichen Ausgaben von
StarOffice für die Betriebssysteme Windows 98/NT, Linux sowie OS/2 gratis
an private und professionelle Nutzer abzugeben. Lediglich für Service und
Support will Sun Geld verlangen (ähnlich dem Redhat-Linux-Businessmodell).
Mit einer schnellen Internet-Verbindung können Sie StarOffice hier und
jetzt vom Web laden
(das vollständige Paket hat eine Größe von immerhin 65 Megabyte).
Für
manche Anwendungen sind web-basierte Ausgaben bereits ein Riesen-Erfolg.
Beispiele sind:
Sie
sind zwar noch krude und bieten nicht die Funktionalität herkömmlicher
Anwendungen, sind aber trotzdem äusserst populär – der Bedarf ist da.
Suns
Schachzug könnte die Software-Industrie auf den Kopf stellen: Sollte er
einen Run von Entwicklern und Nutzern auf internet-gestützte
Office-Anwendungen auslösen, könnte dies Microsoft
bedrängen. Das Unternehmen von Bill Gates, des reichsten Erpels der Welt,
soll rund 40 Prozent seines Umsatzes mit Anwendungssoftware erzeugen.
Scheinheilig beteuerte Sun-Präsident Ed Zander zwar, dass man diesen
Schritt nicht unternommen habe, um Microsoft zu schaden. Man wolle lediglich
Suns Position stärken und das Internet einen Schritt voranbringen. Sicher
sieht Sun ihren Lebenszweck nicht ausschließlich
darin, Microsoft auf den Schlips zu treten. Sun wird dadurch von StarPortal
profitieren, dass sie mehr Web-Server absetzen kann. Doch in Wirklichkeit
hofft Sun selbstverständlich auch,
dass StarPortal der Pfahl in Microsofts Brust sein wird.
Ob
das wirklich geschehen wird, bleibt abzuwarten. Das Wall
Street Journal zitierte einen Microsoft-Manager: Suns Schritt werde
“keinen Einfluß” auf die Produktstrategie des Unternehmens haben.
Die
größte Hürde für den Erfolg von StarPortal ist die noch mangelnde
Geschwindigkeit, mit der das Internet Daten überträgt. Wer StarPortal
nutzen will, muss jedesmal zunächst ein sogenanntes Applet (ein
Mini-Programm) in der Sun-eigenen Java-Programmiersprache
auf seinen Rechner laden. Mit einem 56K-Modem dauert das mehr als eine
Minute, zwei Minuten sogar mit einem 28-8er Modem. Mit den neuen schnellen ADSL-
und Kabel-Verbindungen, die zunehmend auch für Privatanwender verfügbar
sein werden, wird dies aber kein Problem mehr sein.
Immerhin
muss der Nutzer bei StarPortal lediglich ein Java-Applet laden. Der Rest der
Software läuft auf dem Anwendungs-Server des Anbieters. Alle bisherigen
Versuche, web-basierte Office-Anwendungen zu popularisieren, waren daran
gescheitert, dass die Benutzer die gesamte Anwendung als Java-Applets auf
ihre Maschine laden mussten. Dafür war und ist das Internet noch zu
langsam. Das kanadische Unternehmen Corel,
das WordPerfect entwickelt und vertreibt, hate versucht, eine reine
Java-Office-Suite zu entwickeln – und hatte das Projekt bald wieder
aufgegeben. Lotus hatte ein ähnliches
Produkt angekündigt – es erblickte nie das Licht der Welt.
Das
einzige bestehende Java-Office-Paket ist Applix’ Anywhere
Office. Es gilt zwar als technisch faszinierend, aber auch als Übung
mit wenig praktischem Nährwert. Ein Test
des Schweden Tobias Öbrink soll hier nur als ein Beispiel dienen. Er hatte
festgestellt, dass Anywhere Office alles konnte, was ein herkömmliches
Office-Paket kann, aber zu langsam und fehlerhaft war.
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Wäre
es nicht toll, ein “Angel Investor” zu sein? Ein finanzieller Engel, der
jungen Firmen mit Geld auf die Beine hilft und dafür einen Firmenanteil erhält,
den er später mit einem erheblichen Gewinn wieder abstoßen kann?
Was
sagen Sie? Die Risikobereitschaft wäre schon da? Nur mit den nötigen
Millionen hapert es ein wenig?
Dem
Menschen kann geholfen werden: Neue Risiko-Kapital- Gesellschaften wie Garage.com
und OffRoad Capital ermöglichen
es auch den Nur-Wohlhabenden, Angels zu werden. Deren neues Konzept erlaubt
es mehr Anlegern als zuvor, Geld in Hightech-Startups anzulegen. Die mögliche
Rendite ist gewaltig – aber auch das Risiko. Angel-Investments in Startups
sind noch gefährlicher als selbst eine Aktienanlage in eine glühendheiße
Dot-Com-Internetfirma.
So
funktionierts: Ein zukünftiger Hightech-Investor meldet sich bei einem der
genannten Unternehmen an. Dazu muss er unter anderem nachweisen, dass er ein
sogenannter “accredited investor” nach den Standards der Securities
& Exchange Comission ist (die SEC ist die US-amerikanischen Börsenaufsicht).
Er ist qualifiziert, falls seine Familie über ein Vermögen von mehr als
einer Millionen Dollar (einschließlich eventuell vorhandenen
Immobilienbesitzes) verfügt oder das gemeinsame Jahreseinkommen mindestens
drei Jahre in Folge über 300.000 Dollar liegt.
Selbst
mit diesen recht strengen Vorgaben könnten die neuen VC-Gesellschaften
vieles ändern: Nach Angaben der Federal
Reserve (der Bundesbank der Vereinigten Staaten), gibt es zirka 5,7
Millionen Haushalte in den USA, deren Vermögen 1 Million Dollar oder mehr
beträgt. Sie entsprechen nur fünf Prozent der US-Haushalte, besitzen aber
66 Prozent des nationalen Vermögens – und konnten doch bisher nicht in
Hightech-Startups investieren.
Aber
die angehenden Hightech-VCs müssen auch ein persönliches Profil ausfüllen:
Business-Erfahrung ist erwünscht. Denn im Venture-Capital-Geschäft ist es
nicht damit getan, nur Geld in ein Startup zu pumpen. Junge Firmen brauchen
auch Management-Beratung und Kontakte. Die richtigen Connections sorgen dafür,
dass eine junge Firma die richtigen Manager einstellen kann sowie die
lohnendsten Partnerschaften schließen kann.
Sind
sowohl die Finanzen als auch die Erfahrung des Anlegers in Ordnung, kann
dieser sich als Mitglied der Gesellschaften eintragen. Er zahlt den
Geldbetrag, den er anlegen will, an eine Treuhänderbank. Der Betrag liegt
bei OffRoad Capital bei 25.000 US-Dollar und bei Garage.com bei 50.000
US-Dollar. Die entsprechende VC-Firma stellt dem Anleger dann Startups vor.
Treffen mit den Top-Managern des neuen Unternehmens ermöglichen es den
angehende Engeln, sich ein Bild von den Chancen und Risiken eines Startups
zu machen.
Wenn
der Anleger in eine Firma investiert, verwaltet der Treuhänder die Anteile,
die der Engel damit erworben hat, in einem Depot. Alle Vierteljahre gibt es
Geschäftsberichte. Bei Garage.com haben neu registrierte Anleger 90 Tage
Zeit, um sich für eines der Startups zu entscheiden, anschließend wird
eine Mitgliedschaftsgebühr von 1000 Dollar pro Jahr fällig. Wiederum liegt
die Hürde bei OffRoad Capital niedriger: Die Firma verlangt 1000 Dollar
Mitgliedschaftsgebühr für das erste Jahr und 250 Dollar für jedes
folgende.
Garage.com
hat ihre Büros in Palo Alto, mitten im Herzen des Silicon Valley. Mitgründer
und Geschäftsführer ist Guy Kawasaki, ein berühmter ehemaliger
Apple-Evangelist, der Computernutzern die Vorzüge des Macintosh-Computers
nahebringen sollte. Weiterer Mitgründer: die Microsoft
Corporation. Im Mai hatte garage.com Ihre Website gestartet, und schon
jetzt hat sie 25 Startups finanziert, jeweils mit einem Betrag von
durchschnittlich rund 2,2 Millionen Dollar.
Etwas
weiter im Norden, in San Francisco, sitzt OffRoad Capital. Ihre Website ist
seit März live. Laut Geschäftsführer Stephen Pelletier hat das
Unternehmen schon 1000 Anleger aus 48 US-Bundesstaaten rekrutieren können.
Die Firma schätzt, das bis zu 2 Billionen Dollar an potentiellem Marktwert
allein in den Vereinigten Staaten brach liegen, weil die entsprechenden
Firmen einerseits zu klein für einen Börsengang sind, andererseits zu
kapitalintensiv sind, als dass allein Freunde und die Familie sie
finanzieren könnten.
Für
junge Firmen, die Kapitalgeber suchen, sind die neuen
Riskokapital-Vermittler ganz gewöhnliche VC-Firmen: Sie müssen sich mit
einem Business-Plan an sie wenden, der ihre Geschäftsidee beschreibt.
Garage.com hatte zum Beispiel bis Juni diesen Jahres 4600 Businesspläne von
Startups erhalten. Doch lediglich 25 oder ein halbes Prozent wählte die
VC-Gesellschaft als Klienten aus. Diese Unternehmensküken nahm Garage.com
dann unter ihre Fittiche. So erhalten die Startups beispielsweise Hilfe, um
ihren Businessplan so auszufeilen, dass er Fuß und Hand hat.
So
sind sowohl die Startups als auch die Investoren zufrieden. Doch wovon leben
die neuen VC-Gesellschaften? Ganz einfach: Garage.com zum Beispiel kauft
sich mit 3 – 5% in jedes Startup ein, welches das Unternehmen betreut –
und erhält so einen entsprechenden Anteil an dem Kapital, das die Engel
aufgebracht haben. Darüber hinaus verlangen beide VC-Unternehmen
Investment-Bankgebühren von ihren Startups sowie die bereits erwähnten Gebühren
von den Engel-Anlegern.
Auch
Nicht-US-Staatsbürger können übrigens Mitglied werden – allerdings müssen
sie in den Vereinigten Staaten leben. Sieht so aus, als müssten Europäer
noch ein wenig warten, bis ein unternehmerischer Geist sich der Idee in der
Alten Welt annimmt.
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Viele
Unternehmen meinen, dass eine Web-Präsenz und ein einfacher Online-Laden
genügen, um auf dem Internet Geld zu verdienen. Doch wird dies in Zukunft
genügen, um Kunden zu werben, und noch wichtiger, sie auch zu halten?
Schließlich ist der Wettbewerb nur einen Mausklick entfernt. Nur der wird
überleben, der die größte Produktpalette zu den günstigsten Preisen
anbietet und obendrein den besten Service bereithält. Auch für die Kunden
wird es schwieriger, das richtige Angebot zu finden: Pro Stunde werden rund
6500 neue Sites auf dem World Wide Web veröffentlicht – wer soll das noch
überblicken?
Doch
eine neue Technologie könnte dem E-Commerce helfen, das Stadium des reinen
elektronischen Katalogs zu überwinden – und das neue Medium Internet
angemessen zu nutzen.
Ausgerechnet
Hewlett Packard, bislang kaum vertreten in
der Ruhmeshalle des Internets, stellte Mitte August auf der "HP
World" in San Francisco Details des neuen Konzepts E-Services
vor. Ziel der HP-Strategen: Unternehmen müssen miteinander kommunizieren,
um den Kunden den besten Service anzubieten. Käufer können mit dem neuen
System statt einem "Do-it-Yourself" ein "Do-it-for-Me"
erwarten. Ein Software-Agent namens Electronic Service Broker (ESB) soll für
den Nutzer den besten Dienst finden, so dass der nicht mehr lange danach
suchen muss. Der Anwender schickt eine Beschreibung des gewünschten
Dienstes an einen ESB. Unter den e-service-fähigen E-Commerce-Anbietern,
der beim ESB angemeldet sind, sucht dieser die passenden heraus und meldet
diese dem Benutzer. Der Kunde entscheidet sich für einen Service, kauft
beziehungsweise bucht das gewünschte Produkt, und der Broker kümmert sich
um die Abrechnung. Dabei kann der Broker mehrere Aufgaben gleichzeitig
erledigen und den Benutzer per Web, Handy oder Pager auf dem Laufenden
halten. Daraus ergeben sich pfiffige neue Möglichkeiten, mehrere
Dienstleistungen zu einem Super-E-Service zu verbinden.
Ein
Beispiel dafür ist die Reiseplanung auf dem Web: Bisher muß man sich seine
Reise auf verschiedenen Websites zusammenstellen. Die eine Website bietet
den günstigsten Flug an, über eine andere bucht man das Hotel, und der
Leihwagen wird wieder woanders geordert. Das ist langwierig und unbequem und
hat schon so manchen Nutzer zur Verzweiflung gebracht.
Anders
bei e-service-fähigen Angeboten: Der Electronic Services Broker stellt die
günstigste Kombination für die Reisewünsche des Kunden selbsttätig
zusammen, ohne das der Kunde von Site zu Site hecheln muss. Und mehr noch:
Die E-Services stimmen sich miteinander ab, um die beste Dienstleistung für
den Kunden zu bieten. Verspätet sich zum Beispiel die Abflugzeit eines
Flugzeuges, buchen die E-Services den Nutzer automatisch auf eine andere
Flugverbindung um; das bestellte Taxi am Zielflughafen bestellen sie für
eine spätere Zeit oder mieten statt dessen einen Leihwagen; das Hotel
benachrichtigen sie über die Verspätung des Gastes.
Laut
HP soll jeder bisher bestehende E-Commerce-Service ohne weiteres in einen
E-Service umgewandelt werden können. Einfach zu nutzende Entwicklungstools
sollen es möglich machen. Die Kommunikation zwischen den E-Services soll
der neue Standard E-Speak ermöglichen: Per XML können sich E-Services
miteinander abstimmen. (XML ist der Nachfolger des HTML-Kodes, der Webseiten
beschreibt.) Sollte sich E-Speak als offener Standard durchsetzen, hätte
dies weitreichende Folgen für E-Commerce-Unternehmen. Bereits bestehende
E-Commerce-Firmen könnten sich als E-Service durch bessere Dienstleistungen
von anderen Unternehmen auf dem Web abheben. Zudem könnten sie ohne zusätzliche
Kosten neue Kunden gewinnen – vorausgesetzt, sie haben das beste Angebot.
Für Neueinsteiger bietet sich die Chance, verschiedene E-Commerce-Lösungen
zu einem unabhängigen E-Service zusammen zu schnüren und in einem
sogenannten "Vortal" zu bündeln, einem "vertikalen
Portal".
Völlig
selbstlos puscht HP die E-Speak-Technologie selbstverständlich nicht. HP
will sich als "Internet-Unternehmen" etablieren und -- Webserver
verkaufen. Schliesslich ist HP in erster Linie eine Hardware-Firma. Trotzdem
lassen sich wohl ähnliche oder ergänzende Standards in E-Speak einfügen.
Die wichtigsten sind Biztalk von Microsoft,
das ICE (Internet Content
Exchange-Protocol) des W3C (World Wide Web
Consortium) und Jini der Sun-Netscape-Allianz.
Noch im dritten Quartal dieses Jahres will HP ein "Service Development
Tool" vorstellen, im vierten Quartal sollen dann weitere
Entwicklungsprogramme erscheinen. Rajiv Gupta, Entwickler von E-Speak,
glaubt, dass Mitte des nächstes Jahres schon mehr als 200 E-Services auf
dem Web zu finden sein werden.
Reiner
Gaertner
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Die Kurse von Internet-Aktien erholten sich im August,
nachdem diese im Juli stark gefallen waren. Nach der langsamen Kernschmelze,
welche die Internet-Aktien seit Mitte April erlebt hatten, hatte es eine
kurze Erholung im Juni gegeben. Doch dann hatten die Anleger den Sektor im
Juni noch einmal so richtig in den Keller geschickt (siehe San
Francisco Newsletter Ausgabe August).
Im August fragten die Investoren Web-Unternehmen
dagegen wieder stärker nach: Der Internet-Index
der American Stock Exchange erlebte sein Tief Anfang August mit rund 255
Punkten. In den folgenden vier Wochen bis zum Redaktionsschluss stieg er um
rund 40 Punkte oder knapp 15 Prozent auf 292 Punkte (Stand 1. September,
Infos zur Zusammensetzung des Index finden Sie hier).
Gleichzeitig stieg der Index
der Nasdaq-Werte, der auch Nicht-Internet-Werte enthält, von 2540 auf
2751 Punkte oder gut 8 Prozent.
Sehen wir uns näher an, um wieviel sich die
wichtigsten Internetfirmen im August erholt haben. Dazu vergleichen wir zwei
Werte: Um wieviel Prozent lag ihr Kurs Anfang August unter dem dem
Aktienhoch vom April, und um wieviel Prozent lag ihr Kurs Anfang September
noch unter dem April-Hoch. Wir ziehen den zweiten Wert vom ersten Wert ab,
und die Differenz gibt uns in Prozentpunkten einen Eindruck davon, wie stark
die Werte sich im August erholt haben.
Ein Beispiel: E-Bay lag Anfang August noch 64% unter
seinem Höchstkurs von Mitte April. Anfang September lag der Kurs des
Unternehmens nur noch 48% unter dem Wert des April-Hochs. Die E-Bay-Aktie
hat also im August 16 Prozentpunkte des Verlusts gut gemacht.
- Die
zu den größten Verlierern des Juli zählenden E-Commerce-Unternehmen
erholten sich am meisten. E-Bay verringerte den Verlust, den die
Gesellschaft seit Mitte April bis Anfang August erlitten hatte, um 16
Prozentpunkte (jetzt noch 48% unter dem April-Hoch statt 64% Anfang
August). Amazon machte 12 Prozentpunkte gut, E-Toys knapp 9.
- Gleiches
galt hingegen nicht für die schwer gebeutelten Online-Broker. Diese
litten weiter darunter, dass die Zahl der Transaktionen im
Online-Aktienhandel im Sommer flau war. Ihre Kurse konnten nur wenig
zulegen: Schwab baute nur knapp 2 Prozentpunkte ab von dem Verlust, den
das Unternehmen zwischen April und August verloren hatte, E-Trade verlor
ebenso wie Ameritrade gar einen weiteren Prozentpunkt.
- Die
Technikwerte waren die zweite Gruppe von Gewinnern. Cisco legte 11
Prozentpunkte zu und erreichte fast den Wert des April-Hochs. Auch
Doubleclick gewann 11 Prozentpunkte zu. Sun legte im August 10
Prozentpunkte zu und stellte das April-Hoch gar ein. Real Networks und
Microsoft stiegen jeweils um 8 Prozentpunkte zu, Inktomi und IBM je 6
Prozentpunkte.
- Recht
ordentlich legten die Kurse zweier Portale zu. Lycos baute 8
Prozentpunkte des Verlusts ab, Yahoo! gewann 7 Prozentpunkte.
- Weiter
verloren dagegen Infoseek (-5 Prozentpunkte), AtHome (-5), AT&T
(-6), MCI Worldcom (-7).
In der Ausgabe vom August
habe ich einige Aktiengesellschaften herausgesucht, bei denen sich eine
Anlage lohnen könnte. Nehmen wir an, dass wir in jede AG je 1000 Euro
angelegt haben und sehen wir uns an, wie diese Aktien abgeschnitten haben:
Portfolio San Francisco Newsletter
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|
Firma
|
Kurs 3.8.1
|
Stück
|
Bezahlt, Euro
|
Kurs, 1.9. 1
|
Wert
|
Gewinn/ Verlust
|
|
3Com
|
22,50
|
44
|
990,00
|
23,20
|
1020,80
|
30,80
|
|
AT&T
|
48,80
|
20
|
976,00
|
43,20
|
864,00
|
-112,00
|
|
IBM
|
113,00
|
8
|
904,00
|
119,10
|
952,80
|
48,80
|
|
Oracle
|
35,30
|
28
|
988,40
|
35,30
|
988,40
|
0,00
|
|
Summe
|
|
|
3548,40
|
|
3826,00
|
-32,40
|
1 Frankfurt am Main, Euro.
Der
Wert des Portfolios hat also ein knappes Prozent verloren. Die
weniger schwankungsempfindlichen Technikwerte haben also weniger als die
“reinen”, volatileren Internetwerte vom August profitiert. Wir werden
dieses Portfolio auch in Zukunft verfolgen und sehen, wie es abschneidet.
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Wer
kürzlich Geld in Internet-Werten angelegt und dabei verloren hat, muss an
anderen Stellen sparen. Der San Francisco Newsletter hilft mit einem Tip:
Wenn Sie das nächstemal für eine Geschäftsreise in Deutschland einen
Mietwagen buchen müssen, buchen Sie ihn über eine US-amerikanische Website
(etwa bei Yahoo! Travel). Sie sparen
eine Menge Geld.
Den
billigstmöglichen Mietwagen für einen Tag in München zu mieten, kostet
beispielsweise über Yahoo! Travel 31,45 Mark (17 Dollar), aber auf Yahoo!
Reisen 65 Mark und bei Travel
Overland gar 129 Mark. Beide Yahoos haben als bestes Angebot einen Wagen
von Sixt. Bei Sixt Deutschland selbst
kostet der Wagen 72 Mark. Ersparnis: 52 Prozent.
Für
eine Woche sieht das obige Rechenexempel so aus: Yahoo! Travel 122,10 Mark
(66 Dollar), aber auf Yahoo! Reisen
455 Mark und bei Travel Overland
429 Mark. Wiederum ist auf beiden Yahoo!-Reisewebsites Sixt der günstigste
Anbieter. Bei Sixt Deutschland selbst
kostet der Wagen 533 Mark. Ersparnis: 72 Prozent.
Es
funktioniert – ich hab’s selbst ausprobiert.
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San
Francisco, 2. September 1999
Ihr
Haben Sie Kritik, Anregungen oder Fragen? Sie erreichen
mich unter sfnewsletter@weide.com
Nota
bene: Weder ich noch die Brightheads
PR & Marketing Consulting GmbH haften, falls Sie aufgrund der o. a.
Informationen Aktien kaufen oder verkaufen und dabei Geld verlieren sollten.
Geld in Aktien anzulegen, ist risikoreich. Noch riskanter ist es, Geld in
Internet-Aktien anzulegen. Sie müssen damit rechnen, Ihr gesamtes
Investment in Internetaktien zu verlieren. Aktienanlage sollte langfristig
betrieben werden
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