Börsen 

Index Schluss 28.03. +/-
US-Internet (ISDEX) 988,9 -6,4%
Dt. Internet
(Nemax)
7233,3 -1,1%
US-Industrie
(Dow Jones)
11020,3 +0,8%
Euro. Indus.
(EuroStoxx50) 
5416,3 -0,2%
Dt. Industrie
(Xetra-DAX)
7864,8 -0,9%
Euro 
(0.00 Uhr)
$0,9515 -1,0%
 

Inhalt

  San Francisco Newsletter
·  Aktuelle Ausgabe
(September - Dezember 2000)
·  Juli/August 2000
·  Juni 2000
·  Mai 2000
·  April 2000
·  März 2000
·  Februar 2000
·  Januar 2000
·  Dezember 1999
·  November 1999
·  Oktober 1999 
·  September 1999 
·  August 1999 
·  Juli 1999 

·  San Francisco Newsletter- Mailingliste! Gratis!
·  Über den San Francisco Report

 

Der San-Francisco-Morgenreport

Für Donnerstag , den 11. November 1999

British Telecom, LookSmart wollen Portale in Europa starten. Die beiden Unternehmen schlossen ein Abkommen, dass die Veröffentlichung von mehreren Portalen in Europa und in Asien vorsieht. Die Partner wollen  200 Millionen Dollar über drei Jahre investieren und zu diesem Zeitpunkt den Break-Even-Punkt erreichen. Früh im kommenden Jahr sollen die ersten Websites in Schweden, Deutschland und Japan erscheinen.

Schlusskurs

British Telecom £11,47 +2,8%
LookSmart $41,50 +55,1%
Yahoo! $197,69 +1,6%

LookSmart betreibt in den USA ein Verzeichnis von Websites ähnlich dem von Yahoo!. Yahoo! wäre auch der Hauptwettbewerber für die  BT-LookSmart-Partnerschaft, weil das Unternehmen insgesamt 17 Verzeichnisse in Europa und Asien unterhält. LookSmart ist erst im August an die Börse gegangen.

British Telecom, LookSmart planning European portals (cnet)

Schlusskurs

Microsoft $87,13 -2,0%

Microsoft-Prozess: Kläger wollen harsche Maßnahmen. Die Kläger - das US-Justizministerium und 19 US-Bundesstaaten - wollen radikale Maßnahmen fordern, um das Monopol Microsofts zu beenden, wettbewerbswidriges Verhalten des Software-Herstellers in der Zukunft zu verhindern, und die Verbraucher zu schützen. Dies sagten Offizielle des Bundes und der Staaten in einem Gespräch mit der New York Times. Die Kläger wollen dem Richter vier mögliche Massnahmen vorschlagen:

  • Die Offenlegung des Windows-Programmcodes. 

  • Die Versteigerung des Windows-Programmcodes an zwei oder drei Wettbewerber, so dass diese konkurrierende Betriebssysteme herstellen könnten.

  • Die Teilung Microsofts in mehrere Firmen, die alle über alle Microsoft-Produkte verfügen würden, aber miteinander konkurrieren würden.

  • Die Teilung Microsofts in drei Firmen, von denen die eine das Windows-Betriebssystem kontrollieren würde, eine die Windows-Anwendungssoftware wie Winword und Excel, und eine alle Internet-Geschäfte des Unternehmens.

Alle diese Maßnahmen würden zu mehr Wettbewerb, mehr Innovation sowie niedrigeren Preisen führen. Experten gehen jedoch davon aus, dass der Richter Microsoft nicht teilen wird. 

Die Kläger sagten, Forderungen nach aggressiven Maßnahmen gegen Microsoft seien möglich, nachdem der Richter in dem Prozess in seiner Tatsachenfeststellung fast allen Vorwürfen der Kläger gegen  Microsoft zugestimmt hat. Richter Jackson hatte in seinem "fact finding" entschieden, dass Microsoft ein Monopol bei PC-Betriebssystemen habe, diese Machtposition wettbewerbswidrig ausgenutzt und so die Verbraucher geschädigt habe. Siehe Richter: Microsoft ist Monopolist, hat Verbraucher geschädigt, SF Morgenreport, 8.11.

Bill Gates, Mitgründer und Firmenchef von Microsoft, erklärte inzwischen vor Aktionären, dass sein Unternehmen bereits sei, vieles zu tun, um den Forderungen der Kläger gerecht zu werden. Allerdings könne Microsoft nicht darauf verzichten, das Windows-Betriebssystem um Internet-Fähigkeiten zu erweitern.

Beobachter gehen davon aus, dass das Redmonder Unternehmen nach der juristischen Niederlage vom vergangenen Freitag versuchen wird, sich außergerichtlich zu einigen. Sollte dies scheitern und sollte es zu einer drastischen Regulierung der Firma durch den Richter kommen, werde sich Microsoft die Option offenhalten, eine Berufung beim US Supreme Court einzureichen (dem obersten Bundesgerichtshof in den USA). Dadurch könnte das Unternehmen so viel Zeit gewinnen, dass die Marktentwicklung die Vorwürfe gegen Microsoft hinfällig lassen werden könnte. Bis die Berufung und eine Neuverhandlung abgewickelt worden sind, könnte auch der neue US-Präsident bereits im Amt sein - und wenn dies George Bush ist, rechnet Microsoft mit einer milderen Behandlung. 

Richter Jacksons Tatsachenfeststellung war nur der erste Schritt in einem längeren juristischen Prozess. Hier eine Übersicht über die kommenden Phasen:

  • In einem zweiten Schritt muss er befinden, ob Microsoft tatsächlich das Gesetz gebrochen hat. (Beobachter glauben, dass er dies bejahen wird.) 

  • Drittens muss er Massnahmen beschließen, die Microsofts Machtposition einschränken würden. Dies könnten eine oder mehrere der von den Klägern vorgeschlagenen oder von ihm selbst entwickelten Maßnahmen sein. (Dies wird nicht vor Februar 2000 geschehen.) Der Richter könnte unter anderem die Veröffentlichung von Windows 2000 aufhalten, die für Anfang kommenden Jahres geplant ist. Dies würde Microsoft sehr schaden und ist einer der Hauptgründe, warum die Bill-Gates-Firma eine außergerichtliche Einigung anstreben wird. 

  • Microsoft wird bei einer Verurteilung Berufung beim obersten   Bundesgerichtshof einlegen. 

  • Falls der Bundesgerichtshof der Berufung zustimmt, würde er das Verfahren zur Neuverhandlung an Richter Jackson zurückverweisen.

In dem Verfahren geht es um die Frage, ob Microsoft ein Monopol über Computerbetriebssysteme hat und ob das Unternehmen diese Position unrechtmäßig ausgenutzt hat, um in anderen Märkten eine Vormachtstellung zu erlangen (beispielsweise bei Web-Browsern). 

Split-Up Microsoft Would Be Valuable (AP @ Yahoo!)

NYT: U.S. Officials Mull Microsoft Split (Reuters @ Yahoo!)

Gates: Microsoft Will Try to Meet Demands (Reuters @ Yahoo!)

`Dramatic remedy' sought on Microsoft (San Jose Mercury News)

Gates Adopts Siege Mentality (Wired)

Microsoft's Next Move: Let's Make a Deal (ZDNet @ Yahoo!)

Schlusskurs

Hewlett- Packard $74,00 -4,8%

Hewlett-Packard veröffentlicht Source-Code für e-speak. HP will die Sprache in Zukunft im Open-Source-Verfahren nach Linux-Vorbild entwickeln, um ihre möglichst weite Verbreitung und Unterstützung zu erreichen. E-Speak ist eine von HP entwickelte Programmiersprache, die es ermöglichen soll, kundenfreundlichere E-Commerce-Anwendungen zu entwickeln. Im Open-Source-Verfahren zur wird eine Software von vielen getrennt voneinander arbeitenden Programmierern entwickelt. Das entstehende Produkt ist kostenlos und gehört nicht einer einzelnen Firma.  

HP releases code to e-commerce software (cnet)

 

Archiv:
10. November | 9. November | 6. - 8. November | Vorangehende Ausgaben


Copyright © 1999 - 2000 Karsten Weide.  Alle Rechte vorbehalten.
Schicken Sie Tadel, Lob und Verbesserungsvorschläge bitte an sfreport@sfreport.com.
Die SF-Newsletter-Mailingliste hält Sie auf dem Laufenden über die Web-Industrie.
Abo per Mail an:  sfnliste_abo@sfreport.com - gratis.