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Der San-Francisco-MorgenreportFür Mittwoch, den 15. März 2000 EU, USA einigen sich bei Datenschutz. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten haben sich auf eine Richtlinie zum Schutz persönlicher Daten im E-Handel geeinigt. Die Regelung soll im kommenden Juni oder Juli in Kraft treten. Damit haben sie ein Hindernis für die Entwicklung des transatlantischen E-Commerce aus dem Weg geräumt. Für Finanz-Dienstleister auf dem Web müssen die Partner eine weitere Einigung erzielen. Die USA haben bisher der Selbstkontrolle der Industrie den Vorzug vor der Einführung von Datenschutzgesetzen geben -- im Gegensatz zur EU, die strenge Datenschutzgesetze hat. Ursache der Verhandlungen war, dass sich die EU sorgte, dass US-Firmen, die in Europa aktiv sind, Nutzerdaten nach Amerika senden, wo sie nicht so gut geschützt sein könnten wie in Europa. Die Vereinigten Staaten haben in diesem Abkommen den Sorgen der Europäer Rechnung getragen: Daten europäischer Nutzer, welche in die USA übertragen werden, sollen dort nach EU-Recht geschützt sein. Sie würde Verstöße gegen dieses Recht als unlauteren Wettbewerb betrachten und Selbstregulierer dafür zur Verantwortung ziehen.
Handspring öffnet Europabüro in Genf. Handspring, Herstellerin des Palm-Handrechner-Klons Visor, wird ihr Geschäft nach Europa ausweiten. Sie erklärte, sie werde die Europazentrale in Genf eröffnen, ein Kundendienstbüro in den Niederlanden sowie Verkaufsniederlassungen in Deutschland und Großbritannien. Handspring ist eine Neugründung der Palm-Mitgründer Donna Dubinsky und Jeff Hawkins. Sie haben das Betriebssystem des weltweit erfolgreichsten Handrechners, des Palm, lizenziert und damit den Palm-kompatiblen Rechner Visor entwickelt. Der Unterschied zum Palm: Der Visor lässt sich leicht mit Hardware-Zusätzen erweitern.
Freeserve: Gratis-Zugang ohne Telefon-Gebühren. Freeserve, einer der führenden Internetzugangs-Anbieter in Großbritannien, will dem Vorbild der CMGI-Tochter AltaVista folgen und einen Gratis-Zugang anbieten, bei dem die Nutzer nicht einmal mehr Telefongebühren bezahlen müssen. Ab dem kommenden Mai haben Freeserve-Nutzer unbegrenzten Internetzugang während Nicht-Stoßzeiten für 7 Pfund im Monat (rund 20 Mark oder 10 Euro). Unbegrenzten kostenlosen Zugang zu allen Zeiten haben jene Nutzer, die zur Telekom-Firma Energis wechseln und mindestens eine Rechnung von 10 Pfund im Monat für Sprachtelefonate haben (rund 30 Mark oder 15 Euro).
Microsoft kauft 20%-Anteil an RealNames. Software-Konzern Microsoft hat einen 20%-Anteil an RealNames erworben. Microsoft ist damit der größte Anleger in RealNames, gefolgt von Network Solutions, dass gerade von Versign erworben wird. Finanzielle Einzelheiten gaben die Unternehmen nicht bekannt, da RealNames demnächst an die Börse gehen wird und sich in der vorangehenden vorgeschriebenen Schweigezeit befindet. RealNames entwickelt ein Schlüsselwort-System, das die Navigation auf dem Web erleichtern soll: Einfache Schlüsselwörter ersetzen komplizierte Web-Adressen. Microsoft hat das RealNames-System bereits in ihren Internet Explorer eingebaut und in ihre Suchmaschine MSN Search. Sie zielt damit darauf, die Nutzung des Webs so einfach und bequem zu machen wie das Schlüsselwort-System, das AOL auf ihrem nicht-webgestützen Online-Dienst einsetzt.
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